Gärtnern auf kleinem Raum

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Die Hände in der Erde haben, aus Samen und Setzlingen Pflanzen ziehen und am Ende die Früchte der harten Arbeit ernten.

Gärtnern ist für mich eine der schönsten, meditativsten und sinnvollsten Aktivitäten, mit denen man seine Freizeit verbringen kann. Mittlerweile lebe ich wieder in einem großen Haus mit Garten und habe schier uneingeschränkte Möglichkeiten, meinem Hobby zu fröhnen. Weil ich aber weiß, dass der Großteil meiner Leser nicht in dieser Position ist und auch ich bis vor einem Jahr noch in eine kleinen Großstadtwohnung bewohnt habe, gibt es heute ein kleines Recap zu der Gartensituation, die ich im letzten Frühjahr auf meinem Charlottenburger Balkon etabliert habe.

Ich habe den Fokus auf meiner begrenzten Anbaufläche bewusst auf Kräuter und Gemüse gelegt. Obst ist im Anbau meist sehr Flächenintensiv und große Blumenabschnitte schmälern natürlich den Ertrag an essbaren Früchten, der am Ende entsteht. Das bedeutete allerdings nicht, dass ich überhaupt keine Blumen anpflanze, dazu später mehr.

Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt im Frühjahr ihr euch entscheidet, euch ins Gärtnerleben zu stürtzen, kommen andere Pflanzen und andere Aufzuchtmethoden in Frage.

Ich empfehle im April zu starten und Paprika-, Zuchini- und Kürbissetzlinge aus Samen in Töpfchen auf der Fensterbank zu ziehen und Spinat direkt auf dem Balkon in flache, große Pflanzgefäße oder Balkonkästen zu sähen. Wenn die Plfnzchen etwa einen cm hoch sind, sollten sie dann auf mindestens 5cm ausgedünnt werden. Mit den Sorten Butterfly und Gamma habe ich gute Erfahrungen gemacht, während Matador leider sehr anfällig für Blattläuse zu sein schient. Wenn ihr Wert auf Biogemüse legt, achtet unbedingt auch beim Kauf von Saatgut, Erde und möglicher Düngemittel auf entsprechende Bio- und Vegansiegel.

Für ein bis zwei Personen reichen übrigens zwei Pflanzen pro Sorte völlig aus. Wird der Balkon am Ende zu voll, nehmen sich die Pflanzen schnell gegenseitig das Sonnenlicht.

Ende Mai werden die Pflanzen dann  einzeln in ausreichend große Gefäße auf den Balkon verpflanzt. Ich habe sowohl mit größen Kübeln, als auch mit Pflanzsäcken gute Erfahrungen gemacht. Die Pflanzsäcke aus Vlies sind besonders praktisch, weil sie im leeren Zustand sehr leicht und in der Waschmaschine waschbar sind und platzsparend verstaut werden können.

Ebenfalls im Mai beginne ich mit der Aussaat von Buschbohnen mit ca. 20 cm Abstand direkt in Pflanzsäcke auf dem Balkon. Verschiedene Salat werden jetzt ebenfalls, möglichst in flache, goße Kübel oder Balkonkästen gesäht und sobald die Pflänzchen eine Höhe von etwa einem Zentimeter erreicht haben, auf 5cm Abstand ausgedünnt. Besonders gut geklappt haben bei mir alle Pflücksalate, Rauken und Lollo Rosso.

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Ergänzt werden meine Gemüse- und Salatbeete durch verschiedene Kräuter, die ich allerdings nicht selbst ziehe, sondern schon als Pflänzchen möglichst verpackungsfrei im Bioladen oder in einer Biogärtnerei bekomme. Je nachdem, wie euer Balkon ausgerichtet ist, müsst ihr auch die Auswahl der Kräuter abstimmen. Auf Südbalkonen sind die Pflanzen meist direkter Sonneneinstrahlung ausgerichtet. Verschiedene Thymiansorten, Basilikum, Oregano, Estragon und Bergbohnenkrautkommen damit sehr gut zurecht, während sich an schattigen Plätzen vor allem Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel, Kerbel und Dill wohl fühlen.

 

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Blumen spielen auf meinem Balkon zwar eine untergeordnete Rolle, trotzdem reserviere ich immer einige Abschnitte in den Balkonkästen für gemischte Streublumenwiesen oder Wildblumenmischungen, um Bienen und anderen Insekten ausreichend Nahrung zu bieten. Ich achte dabei neben biologischem Saatgut vor allem darauf, dass in der Mischung vor allem heimische und möglichst viele verschiedene Blumen enthalten sind.

Was sich bei mir außerdem bewährt hat, ist ein zusätzlicher Topf oder eine Pflanztasche, in der ich neue Setzlinge aus Küchenabfällen ziehe. Hervorragend funktionieren die Wurzelabschnitte von Frühlingszwiebeln und klassische Speisezwiebeln, die bereits grüne Triebe gebildet haben.

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Gegossen wird bei mir übrigens immer früh morgens und spät abends. Im Sommer bekommen die Gemüsepflanzen je nach Temperatur ein- bis zweimal am Tag Wasser, genau wie die heimischen Kräuter. Alle mediteranen Kräuter schaffen auch im Hochsommer drei Tage ganz ohne Wasser.

Düngemittel verwende ich nur sehr spartanisch. Der biovegane Markt gibt leider da nicht wirklich viel her. Wenn ich Pflanzen umtopfe oder die Erde erneuere, vergrabe ich häufig eine Hand voll Kaffeesatz mit im Substrat. Die Pflanzen mit verdünntem Kaffee zu gießen oder den Kaffeesatz auch bei Zimmerpflanzen zu verwenden, kann ich nicht empfehlen. Beides lockt kleine Fliegen an, die dann ihre Eier in die Erde legen. Außerdem habe ich hin und wieder einen Biofestdünger „Pimp my Gärtchen“ von GreenLab Berlin verwendet, der aus Kakaoschalen hergestellt wird, biologisch und tierfrei ist, konnte aber ehrlich gesagt keinen signifikanten Unterschied feststellen.

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