Warum die Demostrationen am Hambacher Forst nichts mit Klimaschutz zu tun haben – und trotzdem gut und wichtig sind


IMG_20181022_091621_710Schon seit Jahren brodeln die Auseinandersetzungen zwischen Umweltaktivisten, die den Erhalt des Hambacher Forst fordern und der RWE – dem Eigentümer des Waldes, der ankündigte, in diesem Herbst einen weiteren Teil des Forstes für den Braunkohleabbau abzuroden.

Der Streit gimpfelte im Spätsommer dieses Jahres hoch öffentlichkeitswirksam in tagelagen Demostrationen, Aktivisten, die in selbst gebauten Baumhäusern campierten und von der Polizei entfernt werden mussten, mehreren Festnahmen, dem Tod eines Aktivisten beim Sturz von einem der besetzten Bäume, zahlreichen Medienberichten und letztendlich dem vorläufigen Rodungsstop seitens der RWE.

So viel also zu den hard facts.

Organisiert und duchgeführt wurden die Demonstrationen zwar ursprünglich von Umweltorganisationen wie Greenpeace und Bürgerinitiativen, zog im Laufe der Zeit jedoch auch unzählige, unabhängige Bürger und Bürgerinnen an.

Gleich zu Beginn: Jede Art von (friedlichem) Aktivismus, der sich für den Erhalt eines natürlichen Lebensraumes einsetzt ist natürlich als absolut positiv zu bewerten. Natürlich ist es die Pflicht einer Umweltschutzorganisation auf jede Art von Umweltzerstörung aufmerksam zu machen und gegen diese vorzugehen. Natürlich ist es verständlich und richtig, dass die anliegenden Bürger und Bürgerinnen gegen die Abrodung ihrer Laufstrecke, ihres Ruhepols oder ihrer Gassi-Runde demostrieren. Und natürlich ist es das gute Recht eines Jeden, sich den Demostranten anzuschließen, so oft und so lange er oder sie möchte.

Was allerdings nicht in Ordung ist, die eigene Aktivitäten auf fadenscheinige, teilweise schlicht falsche Aussagen zu stützen, die Wichtigkeit des Erhalt des Waldes künstlich aufzubauschen und die Demostrationen zu einem Stellvertreterkrieg für Klimaschutz zu machen, ohne sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzten.

Wie schon gesagt, unter den Demonstranten waren Organisationen, Aktivisten, viele Menschen, die sich offensichtich mit der Materie auseinandersetzen und ihr Möglichstes geben, ihr Verhalten so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Gegen diese Menschen, ihren Aktivismus und ihr Engagement möchte ich kein einzig negatives Wort verlieren.

Was mich aber nachhaltig wütend macht, sind Behauptungen, die im Laufe dieses Kampfes aufkamen und schlicht nicht der Wahrheit entsprechen.

Der Wald im Hambacher Forst mag wunderschön sein, alt und artenreich. Trotzdem ist er nicht mehr oder weniger relevant für den Schutz des Gesamtklimas, als jeder andere Wald dieser Größe. Jeden Tag werden Wälder in vielfacher Größe überall auf der Welt, aufgrund unseres aktuellen Lebensstils zerstört, ohne dass es hier auch nur wahrgenommen wird.

Urwälder, die (leider) einen weit größeren Impact auf das Weltgesamtklima haben als der „Hambi“, werden jeden Tag mitsamt ihrer ganzen Artenvielfalt und Tierpopulation abgerodet, um den Sojaanbau für den übermäßigen Fleischkonsum der Weltbevölkerung zu ermöglichen, um Ölplantagen zur Kraftstoffgewinnung zu errichten oder tropische Hölzer für unsere Türen, Möbel etc. abzubauen.

Die einzige Möglichkeit, die Wälder, die Artenvielfalt und damit auch das KLima weltweit zu schützen ist leider, an den Gründen für ebensolche Zerstörung zu arbeiten. Echter Klimaschutz geht über das eigene Verhalten und fängt bei jedem und jeder Zuhause an.

Wen das Thema wirklich interessiert und angesichts der aktuellen Situation unserer Welt SOLLTE es jeden und jede interessieren, hat klare Richtlinien, die übrigens wissenschaftlich belegt und kein Gedankenprodukt eines Ökos sind.

  • weniger Autofahren
  • weniger fliegen
  • pflanzliche Ernährung
  • Bioprodukte bevorzugen
  • aktiver Pflanzenschutz – Gärnern, Blumen auf dem Balkon pflanzen oder Stadtgärtnern
  • Plastik und anderes Verpackungsmaterial vermeiden
  • weniger konsumieren – und das gilt tatsächlich für absolut alles
  • Dinge weiterverwenden, reparieren, verschenken etc.
  • Wenn nötig, faire und nachhaltig produzierte Güter kaufen
  • Strom sparen
  • einen grünen Stromanbieter wählen
  • keine Lebensmittel wegschmeißen
  • Palmöl vermeiden
  • Bei der nächsten Wahl nicht nur sich selbst, sondern auch die Umwelt berücksichtigen

Und dann – wenn man sich mir all diesen Problemen auseinandergesetzt, den eigenen Lebensstil überdacht und sich auf den Weg zu einem ökologischeren, nachhaltigeren Leben gemacht hat – dann kann jeder und jede natürlich sehr sehr gerne losgehen und für Klima- und Umweltschutz demostrieren bis er umfällt.

Aber „Umweltaktivisten“, die mit dem Diesel an den Rand des Forstes fahren, um mit einer Bratwurst in der Hand in Lederschuhen und Primark-Jacke heulend für den Klimaschutz demonstieren, sind in meinen Augen leider sehr weit am Ziel vorbei.

GRÜNDE FÜR DIE ABHOLZUNG DES REGENWALDES

MEIN GRÜNER STROMANBIETER

 

 

 

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