HOW TO … Kastanien- waschmittel selbst herstellen

Waschmaschinentaugliches Waschmittel aus selbst gesammelten Rosskastanien – klingt erstmal seltsam, war für mich aber tatsächlich DIE Entdeckung der letzten Jahre in Sachen Nachhaltigkeit.

Kastanienwaschmittel

Meine erste Flasche Kastaniensoda habe ich zufällig von einer guten Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen, war erst etwas skeptisch, habe kurz darauf meine erste Ladung Wäsche damit gewaschen und bin seither angefixt.

Kastanienlauge ist meiner Meinung nach der perfekte Einstieg für alle Nachhatigkeits-Neulinge, denn es ist super einfach herzustellen – quasi idiotensicher, extrem kostengünstig, weil Rosskastanien im Herbst hierzulande ja im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße liegen und hat trotzdem einen enormen Effekt in Sachen Nachhaltigkeit.

Leider sind so gut wie alle industriell gefertigten Waschmittel – egal ob Pulver oder Flüssiglauge mit Duft-, Füll- und antibakteriellen Inhalts- und Konservierungsstoffen versetzte, die unsere Kläranlagen nicht aus dem Wasser filtern können und so in der Umwelt landen. Von der Umweltschädlichkeit von Weichspülern, möchte ich gar nicht erst anfangen. Leider sind auch scheinbar natürlich und somit umweltfreundliche Waschnüsse, wie es sie in vielen Drogerien zu kaufen gibt, keine zufriedenstellende Alternative. Denn unsere Nachfrage nach dieser umweltfreundlichen Alternative hat dazu geführt, dass der Preis der Nüsse rapide in die Höhe geschnellt und sie für die einheimische Bevölkerung ihres Ursprungslandes Indien kaum noch bezahlbar sind. So sind diejenigen, die die Nüsse traditionell regional verwenden mittlerweile dazu gewungen, auf konventionelle Waschmittel umzusteigen und produzieren so den umweltbelastenden Abfall, den wir vermeiden möchten.

Aber zum Glück gibt es ja auch hierzulande eine tolle umweltfreundliche Alternative, mit der unsere Wäsche genauso sauber zu bekommen ist, wie mit all den bösen indutriell gefertigten Produkten oder den exotischen und unsozial  gehandelten Waschnüssen – die Rosskastanie.

Diese Kastanienart enthällt genau wie die indischen Waschnüsse Saponine, die in Verbindung mit Wasser zu einer Seifenlauge ausgespült werden, die dann wunderbar in einer herkömmlichen Waschmaschine, aber auch zur Handwäsche verwendet werden kann.

 

Ich sammle im Herbst klassischerweise bei Spaziergängen im Wald oder kleinen Parks einige Jutetaschen voller Rosskastanien und sorge so für meinen Waschmittelvorrat für das ganze Jahr.

Die Kastanien wasche direkt ab, um eventuelle Erde oder Straßendreck zu entfernen und trockne sie gut ab. Dann teile ich meine Beute in zwei Teile und hacke die eine Hälfte je nach Größe der Kastanien mit einem Messer und viel Muskelkraft in Viertel oder Achtel.

Von der anderen Hälfte schäle ich die dunkle Schale ab, denn sie könnte später bei weißer Wäsche zu Verunreinigungen führen. Die geschälten Kastanien hacke ich dann ebenfalls in kleine Stücke.

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Wer eine leistungsstarke Küchenmaschine hat kann die Kastanien auch ganz, bzw. nach dem schälen in kleinen Schrot häckseln. Das ist natürlich deutlich weniger anstregend, der kleine Schrot muss deutlich kürzer trocknen und das Waschmitel braucht später entsprechend weniger Einweichzeit.

Die Kastanienstückchen trockne ich einige Tage lang, möglichst draußen in der Sonne und fülle Sie als Vorrat in zwei große Baumwollbeutel.

Bei Bedarf weiche ich ca. 50g Kastanien (das sind 4-5 Stück) in 750ml Wasser über Nacht ein. Dabei entsteht eine grünlich-trübe Flüssigkeit, die tatsächlich stark an klassisches Waschmittel erinnert. Die Flüssigkeit gieße ich durch einen Sieb in eine Glasflasche mit Schraubverschluss und bewahre sie neben der Waschmaschine auf.Die Abfälle der Kastanie können natrülich einfach auf dem Kompost oder in einer Wurmkiste recycelt werden.

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Für den Waschgang gebe ich ja nach Wäsche ca. 250ml der Lauge für helle oder dunkle Wäsche (vorher kurz durchschütteln) in den Waschmittelbehälter der Maschine und wasche die Kleidung dann wie sonst auch.

Das Waschmittel duftet nach nichts, was ich sehr angenehm finde. Wer sonst Waschmittel mit Geruch gewohnt ist und duftende Wäsche bevorzugt, kann noch einige Tropfen ätherisches Öl nach Wahl in die Flaschen geben (gut schütteln nicht vergessen). Umweltschonender ist es aber natürlich ohne.

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