Kleine und große Veränderungen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Nachhaltigkeit? Was ist eigentlich Nachhaltigkeit?

Zur Zeit kann man sich ja kaum retten vor Umweltschutz, Zero Waste, CO2-Ausstoß, Klimawandel, Tierschutz, Abholzung der Regenwälder, Fair Trade, Bio und Co.

Ziege

Da den Überblick nicht zu verlieren ist schon eine ziemliche Herausforderung. Was davon ist eigentlich wirklich nachhaltig? Und wo soll man anfangen, wenn man etwas für die Umwelt tun möchte?

Tatsächlich ist Nachhaltigkeit genau das, was es aussagt. So zu leben, dass alles, was wir verbrauchen, zerstören oder umwadeln, innerhalb ebendieser Zeit von der Natur reproduziert werden kann und die Generationen an Lebewesen, die uns folgen, auf dieselbe Ausgangssituation stoßen, die wir vorgefunden haben.

Wenn man die Medienberichte über Klimawandel, Müllberge in den Ozeanen und earth overshoot day verfolgt könnte man sagen: das haben wir ziemlich vergeigt.

Stimmt. Tatsächlich hat keine Generation vor uns so zerstörerisch und irreparabel in die Umwelt eingegriffen, wie die unserer Eltern. Das Gute an der Sache ist:

Das muss nicht so bleiben.

Denn ebenso hat keine Generationen das Wissen, die Möglichkeiten und vor allem so wenige andere Probleme, wie Unsere. Denn das Kroteske an der Sache ist, dass die Generationen vor uns trotz Kriegen und täglichem Überlebenskampf deutlich weniger Schaden an der Natur verursacht haben, als Unsere, deren größtes Problem aktuell tatsächlich ein Ökologisches ist.

Wer aber anfängt, sich in die Thematik einzuarbeiten, wird ziemlich schnell überrollt, weiß nicht, was letzendlich tatsächlich Einfluss hat, fühlt sich am Ende vielleicht überfordert und ändert dann doch nichts.

Die folgenden Veränderungen sind mal größer, mal kleiner, haben mit Konsumentscheidungen oder Lebensumstellungen zu tun, sind für Manche vielleicht sehr kompliziert, oder gar nicht umzusetzten und für Andere vielleicht schon Alltag. Aber vor allem sind sie alle machbar und, in Realtion zu ihrer positiven Wirkung auf die Umwelt, super effizient.

Natürlich ist die folgende Liste weder erschöpfend, sondern nur beispielhaft gemeint. Es gibt sicherlich noch hunderte andere Veränderungen, die Natur und Klima sehr gut tun würde. Aber vielleicht sind einige Inspiration dabei und motiviert den Einen oder die Andere dazu, eine oder mehrere der Punkte in seinen oder ihren Alltag zu integrieren.

1. Pflanzliche(re) Ernährung.

Natürlich ist es immer blöd, wenn eine Veganerin darauf aufmerksam macht, aber tatsächlich ist es einfach der effektvollste Punkt der Liste und muss daher einfach ganz oben stehen. Egal ob der Ausstoß von Treibhausgasen, die Abholzung von Regenwäldern, die Ausbeutung von Menschen und Tieren und vieler anderer umweldschädlicher Aktivitäten – durch nichts wird so viel Schaden angerichtet, wie durch den Konsum tierischer Lebensmittel. Natürlich gibt es auch Stimmen, die dagegen sprechen und natürlich sollten diese auch gehört und hinterfragt werden. Aber ganz realistisch betrachtet sind die meisten davon ziemlicher Non-Sense.

Seien wir mal ehrlich – natürlich essen vegan lebende Mensche häufig vergleichsweise viele Avocados und natürlich verbrauchen Avocados eine Menge Wasser – aber im Vergleich zur Produktion tierischer Lebensmittel und anderen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Nüssen, ist dieser dennoch verschwindend gering. (Nachzulesen zum Beispiel hier)

Natürlich wird für den Anbau von Soja eine Menge Regenwald abgeholzt, tatsächlich beträgt der Anteil, der zu typischerweise veganen Produkte, wie Tofu, Sojadrinks und Fleischersatz verarbeitet wird, weltweit nur knapp 6 Prozent. Der übrige Sojabestand geht für die Fütterung von Tierbeständen und die Produktion von Kosmetik, (nicht-veganen) Backwaren, Sojasoße etc. drauf. (Quelle)

Und ja, Palmöl ist tatsächlich ein Problem. Unmengen an Regenwald werden abgeholzt, teilweise illegal abgerodet, um dieses leider extrem billige und vielseitig einsatzfähige Fett zu produzieren. Tausenden Tierarten wird so der Lebensraum genommen und der Einfluss auf das gesamte Wetklima durch die Zerstörung dieser riesigen Biotope ist kaum abzusehen. Und ja, leider sind auch viele vegane Fertigprodukte, wie Käse- und Wurstalternativen voller Palmöl. Trotzdem ist es nicht so, dass sich vegan ernährende Menschen übermäßig viel Palmöl konsumieren undsomit verantwortlich für die Abholzung der Regenwälder sind, denn tatsächlich steckt Palmöl gleichermaßen in diesen Lebensmitteln, wie auch in Futtermitteln für die Tierbestände, in Kosmetika, Kraftstoffen, Reinigungsmitteln, (un)veganen Schokoaufstrichen und Keksen. Die einzig wirklich effektive Lösung für die Palmölproblematik ist daher solche Produkte im allgemeinen zu meiden, also weder tierische Lebensmittel, noch vegane Ersatzprodukte mit Palmöl zu konsumieren.

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2. Häufiger Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen.

So einfach wie banal ist der nächste Punkt. Natürlich könnte man ebenso sagen -nicht Auto fahren, allerdings ist das nur ein Teil der Lösung. Denn ebenso wie Autos verbraucht auch jedes andere Verkehrsmittel Kraftstoff und stößt mitunter auch noch umweltschädliches CO2 aus. Grade in Kleinstädten, wo viele Menschen keine Monatskarte für öffentliche Verkehrmittel haben, fahren Busse häufig fast menschenleer durch die Stadt – was natürlich umwelttechnisch wenig effektiv ist. Da die Verkehrsbetriebe ja offenbar keine Anstalten machen, ihre Preise eklatant zu senken und die öffentlichen Verkehrsmittel wieder attraktiver zu macen, bleibt uns als Verbrauchern meiner Meinung nach nur der weitestgehende Boykott, um die Unternehmen zum handeln zu zwingen und dafür zu sorgen, dass bald Busse bald entweder bezahlbar oder schlicht kaum mehr vorhanden sein werden.

Häufig ist der Griff zum Auto übrigens nur Gewohnheit. Ich selbst habe mehrere Jahre in verschiedenen Städten, mit und ohne S- oder U-Bahn-Netz, komplett ohne motorisierten Untersatz gelebt und somit alle Erledigungen, Einkäufe und Ausflüge mit dem Rad oder zu Fuß erledigt. Grade im Großstadtverkehr ist man so häufig sogar schneller unterwegs, muss sich nicht über Verspätungen, Staus oder technische Störungen ärgern und kommt enspannter und (fitter) ans Ziel.

Und nur als Gedankenanstoß am Rande: Fliegen ist mit Abstand das Umweltschädlichste im Leben einer Privatperson.

Natürlich ist Fliegen toll und manchmal gibt es einfach keine anderen Möglichkeit, einen Ort zu erreichen. Aber ob es tatsächlich nötig ist, jedes Jahr Urlaub in einem, mehrere Flugstunden entfernten Ort zu machen, wage ich zu bezweifeln. Und ob es nötig ist, wegen einer Zeitersparnis von wenigen Stunden im Vergleich zu einer weitestgehend CO2-neutralen Zugfahrt, die Umwelt derart zu belasten, kann sich hoffentlich Jeder und Jede selbst beantworten.

3. Auf dem Wochenmarkt einkaufen.

Eine Sache, die durch die Discountwelle in Deutschland leider ziemlich aus der Mode gekommen ist – und dringend wiederbelebt werden sollte, ist der Wocheneinkauf auf dem örtlichen Bauernmarkt. Denn obwohl alle über eingeschweißtes Biogemüse, Bananenbanderolen, Regionalität und Saisonalität sprechen, vergessen viele, dass wir tatsächlich nicht auf das Angebot und die Bedingungen angewiesen sind, die Aldi und Co. uns vorsetzen. Der Wochenmarkt vereint alle Punkte, die im Supermarkt häufig schwer umzusetzten sind. Denn in der Regel gibt es dort mindestens einen Stand, der selbst angebaute Bioprodukte aus der Region, gänzlich unverpackt und meist zu sehr erschwinglichen Preisen anbietet.

4. Weniger wegschmeißen.

Zero Waste und Minimalismus sind in den letzten Jahren ja unheimlich populär geworden – meiner Meinung nach völlig zu recht. Dnn im Grunde ist so gut wie alles, was wir zum Leben brauchen und nicht in relativ kurzer Zeit verbrauchen, bereits in der Welt vorhanden. Im Gegensatz dazu verbraucht alles, was neu produziert wird, Ressourcen, Energie und sorgt für erneuten CO2-Ausstoß. Will heißen, noch nachhaltiger und fairer als ein, unter entsprechenden Bedingungen produzierte T-Shirt das, was bereits in deinem Kleiderschrank hängt oder Second Hand angeboten wird. Bevor du also deine alte Kleidung, Dekoartikel, Kinderspielsachen, whatever auf den Müll wirfst, um dir etwas Neues zu kaufen, mach dir erstmal Gedanken, ob du es nicht doch noch gebrauchen, online, auf dem Flohmarkt oder im Second Hand Laden verkaufen oder an entsprechende Stellen spenden kannst. Ich selbst habe grade vor einem halben Jahr, vor einem Umzug meinen kompletten Hausstand ausgemistet, ettliches aussortiert, aber so gut wie nichts weggeschmissen, sondern stattdessen noch mein Konto ein wenig aufgefüllt.

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Zum Thema Lebensmittelverschwendung möchte ich eigentlich gar nicht viele Worte verlieren, denn das ist und bleibt einfach Mist. Neben bewusstem Einkaufen und auf Mindesthaltbarkeitsangaben zu pfeifen, hilft da meiner Erfahrung nach vor allem die Punkt Nummer 3, 7 und 8. Denn wer Geld in hochwertige, biologische Lebensmittel investiert, sich Lieblingsprodukte mühevoll selbst herstellt oder sogar viele schöne, aber zugegebenermaßen anstrengende Stunden im eigenen Garten verbringt, um kleine Gemüsepflänzchen hochzuziehen, der sieht zu, dass er nicht von dem, was im Kühlschrank oder im Vorratsraum landet verschwendet.

5. Mehrwegalternativen wählen.

Wegwerfartikel und unsere To-Go-Mentalität sind wohl eines der größten Probleme, wenn es um die Müllproduktion unserer Generation geht. Natürlich sollte jeder Kauf, vor allem die, durch die sofort umweltbelastender Abfall anfällt, grundsätzlich überdacht werden. Für reine Wegwerfartikel sollte das aber noch einmal besonders gelten, denn meist können diese entweder mit verhältnismäßig kleinem Aufwand ersetzt oder problemlos komplett vermieden werden. Menschen, die gerne nachhaltiger leben möchten, tuen grundsätzlich gut daran, vorbereitet unterwegs zu sein, einen Snack in einem Mehrwegbehälter aus Hartplastik, Metall oder Glas bei sich zu tragen, immer eine Wasserflasche in der Tasche zu bunkern und sich, wenn nötig, für die Mahlzeiten in ein Restaurant oder Café zu setzten und dort aktiv nach ordentlichem Geschirr zu verlangen. Auf Einwegbesteck für Unterwegs, Picknicks etc. und Servietten lässt sich meist einfach verzichten. Wenn ich länger unterwegs bin, habe ich in der Regel einen gewöhnlichen Metalllöffel und eine Gabel eingesteckt, um mein mitgebrachtes Futter zu essen oder im Sommer auch mal eine halbe Wassermelone auszulöffeln. Servietten sind in der Regel überflüssig, denn in fast jeder Stadt sind ausreichend Brunnen oder öffentliche Toiletten vorhanden, um sich  nach dem Essen die Hände zu waschen.

Für alle Coffee-to-go-Liebhaber gibt es mittlerweile nachhaltige Alternativen aus Bambus, die leicht und gut zu transportieren sind, Wasserflaschen aus Metall mit praktischem Karabinerharken gibt es zum Beispiel von Dopper oder Sigg und die Brotdosen von Tupper oder als plastikfreie Alternative von ECOlunchbox.

Aber natürlich geht es bei der Einwegproblematik nicht alleine um die Mahlzeiten. Vor allem im Haushalt fällt häufig überflüssiger Müll an, der sich durch ein bisschen Information und meist wenig Aufwand ganz einfach ersetzten lässt. Auch ich bin noch immer dabei mehr und mehr Gegenstände im Haushalt durch nachhaltige und umweltschonende Alternativen zu ersetzen und entdecke ständig neue Lösungen.

Einige Beispiele für Haushaltshelfer, die sich ganz einfach austauschen lassen, sind zum Beispiel Einwegspültücher, die ich gegen wiederverwendbare, weil waschbare Baumwolltücher ersetzt habe, die ich selbst aus alten Baumwollshirts gerissen habe. Für meine Lebensmitteleinkäufe verwende ich klassische Baumwollbeute, plus die bekannten Again-and-Again-Beutel, gewöhliche Wäschenetze und Vorratsgläser und Brotdosen in verschiedenen Größen. Anstelle eines Staubsaugers, der regemäßig, zwar recycingfähige, aber unnötige Staubsaugerbeutel produziert, kann ich die Geräte mit einem fest ausleerbarem Auffangbehälter (z.B. von Dyson) empfehlen und die, leider nicht sehr landlebigen Spülschwämme für Töpfe und Co. habe ich durch ein kompett biologisch abbaubares Kupertuch ersetzt.

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Feste Seife am Stück ist mittlerweile sicher Jedem und Jeder bekannt, aber auch für alle anderen Badutensilien wie Shampoo, Spülung, Haarkuren Gesichtsreinigung, Deo und Zahnpasta gibt es mittlerweile unverpackte Alternativen in Biomärkten, Unverpacktläden, teilweise sogar in Drogerien und natürlich online. Natürlich können Kosmetikartikel, genau wie Reinigungsprodukte auch super einfach selbst hergestellt werden. Konkrete Tipps und Anregungen dazu gibt`s in Punkt acht.

Eine tolle Alternative zu Batterien, die zwar teilweise recycelt werde können, aber dennoch, vor allem falsch entsorgt, unheimlich umweltbelastend sind, sind Akkubetriebene Geräte, die an die Steckdose angeschlossen werden. Vor allem bei Leuchten, wie Taschenlampen, abnehmbaren Fahrradleuchten oder Stirnlampen wird so eine Menge Abfall und nebenbei auch Geld gespart.

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6. Keine Fast Fashion konsumieren und weniger online shoppen.

Second Hand Mode – die nachhaltigste und umweltfreundlichste Alternative, wenn es darum geht, den eigenen Kleiderschrank zu erweitern oder zu erneuern – habe ich schon unter Punkt 4. erwähnt. Aber auch bei neu produzierter Kleidung gibt es natürlich deutliche Unterschiede. Käufe bei den bekannten, konventionellen Marken sollten nicht nur aus umwelttechnischen Gründen – hier sind vor allem der ernorme Wasserverbrauch und Pestizideinsatz beim Anbau konventioneller Baumwolle zu erwähnen – sondern vor allem aus menschenrechtlichen Aspekte möglichst gegen Null reduziert werden. Wer trotzdem gerne auf neu produzierte Kleidung zurückgreifen möchte, sollte sich mengenmäßig zwar dennoch etwas einschränken, kann mittlerweile aber zwischen unzählige faire, nachhaltige Labels auswählen. Mein persönlichen Favoriten sind neben erlich textil – die nachhaltig produzierte Wäsche anbieten, thoni mara – ein Label für faire und nachhaltige Laufbekleidung, Karma Classics – ein junges Unternehmen, der Klassiker fair und nachhaltig neue interpretiert und Otherwise vegan knit – das Laben von Melanie Schaible, die wünderschöne Strickteile, Accessoires, aber auch nachhaltige Alternativen wie zum Beispiel abwaschbare Abschminkpads fair und selbst am Bodensee fertigt. Eine umfassende, nach Kategorien geordnete Liste vieler weiterer unterstützendswerter Labels gibt es übrigend hier auf dem Blog der sympatischen wiener Bloggerin Justine.

Das Thema OnlineShopping ist das schon ein bisschen eine schwierigere Sache. Denn einerseits ist es natürlich nicht so einfach, grade wenn man eher auf dem Land lebt, regelmäßig in Second Hand oder Fair Wear Shops vorbei zuschauen, andererseits verursacht der Versand natürlich nochmal mehr Verpackungsmateriel als ein ziemlich zero waste-mäßiger Einkauf im Second Hand Shop. Trotzdem kaufe auch ich, wenn es sich nicht vermeiden lässt, online auf Kleiderkreisel oder auch mal in Fair Wear Online Shops. Zumindes ein bisschen minimierern, lässt sich der Müll aber auch hier, zum Beispiel indem man die Tüten als Müllbeutel wieder verwendet und die Versandtaschen und -kartons möglichst vorsichtig auftrennt und sie für eigene Verkäufe auf Kleiderkreisel oder anderen Plattformen nutzt.

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7. Gärtnern und kompostieren.

Mein persönliches Lieblingsthema in Sachen Nachhaltigkeit ist definitiv der eigene Garten. Zum einen gibt es natürlich ganz egoistisch kaum etwas Besseres, als sich morgens zum Frühstück einen frischen Bioapfel vom Baum zu holen oder die Gemüsepfanne mit selbst angebautem Thymian aufzupimpen, aber auch aus dem Aspekt der Nachhaltigkeit mach ein ordentlich angelegter Garten absolut Sinn. Zum einen ist man, je nachdem wie viel Platz zur Verfügung steht und wie viel Zeit und Mühe man investieren möchte, nur noch ausnahmsweise auf Gemüse externer Anbieter angewiesen, das oft, auch auf Biohöfen, in Monokulturen und mit Einsatz von tierischen Düngemitteln angebaut wird und so indirekt leider doch wieder die konventionelle Tierhaltung unterstützt.

In meinem eigenen Garten achte ich dagegen auf viel Abwechslung un eine sinnvolle in den Beeten, um die Böden vor Auszehrung zu schützen und dünge ausschließlich mit meinem eigenen Kompost – womit wir schon beim nächsten Thema wären. Ich habe meinen Kompost in wenigen Stunden und wenig Arbeitsaufwand selbst gebaut, stelle seither meinen eigenen Dünger her und entlaste die Umwelt. An meinem aktuellen Wohnort gibt es leider keine Biotonne, was bedeutet, dass mein organischer Müll normalerweise mit dem Restmüll verbrannt werden würde, umweltschädliche Gase produziert und die Möglichkeit verpasst wird, die dringend benötigten Nährstoffe in die Natur zurückzuführen. Wer sich hauptsächlich von pflanzlichen Lebensmitteln ernährt, minimiert so sogar den eigenen Restmüll rapide und kann Müllkosten einsparen, indem er beim örtlichen Landratsamt oder der Stadt eine kleinerer Tonne beantragt.

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Für alle (Groß)städtler, die keine entsprechenden Möglichkeiten haben, macht statt einem Kompost eine Wurmkiste für Balkon oder Küche Sinn. Einen sehr ausführlichen Bericht über Kompostieren in der Stadtwohnung gibt`s hier bei der lieben Shia von Wastelandrebel und ein paar Inspirationen zu Gärtnern auf kleinem Raum habe ich in diesem Blogpost aus meiner Zeit in Berlin-Charlottenburg aufgeschrieben.

Als kleine Anregung für alle (Stadt)gärtner noch ein kleiner Hinweis zum Thema Blume, Blüten und Bienenschutz. Als Menschen tendieren wir ja leider häufig dazu, Dingen, die Arbeit erfordern nur Wert beizumessen, wenn wir als Menschen sie später auch unmittelbar nutzen können. Viel scheuen sich deshalb, neben essbarem Obst, Gemüse und Kräutern noch zusätzlich Zeit und Liebe in reine Blühpflanzen zu investieren. Wie wichtig diese, für uns nur optisch nutzbaren Pflänzchen für die Umwelt sind, wird dabei  leider häufig unterschätzt. Grade Veganer und Veganerinnen vernachlässigen häufig die Rolle der Bienen, deren Honig die Meisten von uns zwar nicht essen möchten, die aber trotzdem esseziell für die Ausbildung vieler Früchte und unerlässlich für den Erhalt des gesamten Ökosystems sind. Natürlich blühen auch viele Nutzpflanzen – hier seien vor allem Thymian, verschiedene Basilikumsorten, viele Obstbäume und Paprikapflänzchen genannt – trotzdem lohnt sich die Investition in einige Blühstreifen, – felder oder -kästen. Ich umrande meine Beete gerne inner- oder außerhalb mit einem schmalen Streifen, auf dem ich eine Mischung aus heimischen Wild- oder Streublumen aussähe. Das sieht nicht nur wundervoll aus und freut die Bienchen, sondern hält auch Schädlinge von den Nutzpflanzen fern und verhindert, sollte es doch mal dazu kommen, die Verbreitung von Blattläusen etc. auf die anderen Beete.

8. Sich mit dem eigenen Konsum auseinandersetzen und so viel wie möglich selbst herstellen.

Dieser Punkt ist ja schon selbsterklärend. Mittlerweile gibt es unzählige Rezepte und Anleitungen für Kosmetikartikel, Reinigungsprodukte, Lebnsmitteln und allem, was der Mensch sonst noch zum Leben braucht. Natürlich ist es unrealistisch, dass Jeder und Jede alles selbst hersellt. Vielen macht die Beschäftigung mit diesen DIY-Projekten viel Spaß, aber die Meisten haben in ihrem Alltag einfach zu wenig Zeit oder messen dem Thema auch einfach keine so große Priorität zu.

Was sich meiner Meinung nach trotzdem für Jeden und Jede rentiert ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Reinigungsmittel. Die industriell gefertigten Produkte sind in der Regel voller Chemie, extrem umweltschädlich und in ziemlich viel unnötigem Plastik verpackt. So gut wie alles, was nötig ist, um die Wohnung sauber zu kriegen, lässt sich wahlweise durch gewöhnliches Natron, Citronensäure und/oder Seife ersetzen. Meine Wäsche wasche ich übrigens ausschließlich mit selbst gemachtem Kastanienwaschmittel. Das ist nicht nur kompostierbar und somit müllfrei, sondern auch unschlagbar günstig, weil ich meinen Waschmittelvorrat für das ganze Jahr im Herbst kostenlos aus dem Wald hole.

Bei allen anderen Verbrauchsgüter heißt die Devise klug auswählen und möglichst effizient handeln. Natürlich macht es keinen Sinn, zu versuchen, alles sofort selbst herzustellen, sich zu überfordern und am Ende frustriert aufzugeben. Stattdessen lohnt sich eine Intensive Analyse des eigenen Lebenstils. Will heißen, alles, was viel und regelmäßig konsumiert wird, sollte möglichst selbst hergestellt werden. Bei mir betrifft das vor allem Sojajoghurt, den ich mit meinem Joghurtmaker produziere, Aufstriche und Cashewkäse, der klassicherweise in ziemlich viel Plastik, globigen Hartschalen oder Aluschalen angeboten wird und Hülsenfrüchte aller Art, die ich getrocknet und unverpackt kaufe, um sie in großen Mengen selbst einzukochen und anschließend einzufrieren oder einzuwecken. Esst ihr dagegen zum Beispiel gern und häufig Pasta, macht es Sinn, Mehl papierverpackt in Großpackungen zu kaufen, die Pasta regelmäßig in großen Mengen selbst herzustellen und zu trocknen. Wer viel Saft konsumiert, ist mit einem Entsafter gut beraten und alle Naschkatzen tun gut daran, sich ihre Kekse und Kuchen selbst zu backen.

Bodylotions, Haarkuren und Cremes ersetze ich vorwiegend durch verschiedene Bio-Öle, die ich in Glasflaschen bekomme und Deo ist aus Kokosöl, Natron und einem ätherischen Öl superfix selbst hergestellt.

Auch wenn es erstmal etwas aufwendig klingt, ist der DIY-Punkt trotzdem ein sehr lohnenswärter, denn grundsätzlich geht es dabei nicht nur um die Müllproblematik sondern auch um dem Energiebedarf und somit CO2-Ausstoß ganz allgemein. Worüber sich Viele leider keine Gedanken machen, ist die Tatsache, dass jedes Gut, das wir im Laden kaufen, erstmal energieaufwendig hergestellt, abgefüllt, zugeschweißt, umverpackt und – meist mit mehreren Umwegen- in die Verkaufsstelle transportiert werden muss. Daher schlägt eine kleine, meist in Pappe verpackte Packung Natron plus ein unverpacktes Stück Seife die riesige, chemische und ätzende Flasche Badreiniger umwelttechnisch natürlich in jeder Hinsicht um Längen.

9. Ecosia nutzen.

Die wohl einfachste, unaufwendigste und trotzdem nicht weniger wirkvolle Umstellung, die Jeder und Jede sofort und ohne großen Aufwand in sein oder ihr Leben integrieren kann, ist der Umstieg auf eine nachhaltige Suchmaschine, wie zum Beispiel ecosia.org. Anbieter von Suchmaschinen nehmen schon fast unverschämt viel Geld durch die Schaltung von Werbeanzeigen ein und das tolle Berliner Unternehmen Ecosia nutzt die Gewinne daraus, um die (Regen)Wälder in Uganda, Burkina Faso und anderen Regionen dieser Welt wiederaufzuforsten.

Ecosia kann sowohl auf Rechnern als Suchmaschine genutzt werden, als auch als App auf dem Smartphone. Ich habe die nachhaltige Alternative zu Google und Co. schon seit Jahren als Startseite auf meinem Laptop eingerichtet und als Standartsuche auf meinem Smartphone installliert und bin (bis auf die Google.maps-Funktion) super zufrieden.

 

Zum Ende kurz noch der Disclaimer: Diese Auflistung erhebt natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Nachhaltigkeit ist ein Prozess, Keiner und Keine ist perfekt und auch ich mache jeden Tag nur kleine Schritte in diese Richtung. Ich bin jederzeit offen und dankbar über neue Inspirationen, habe in diesem Blogpost aber absichtlich nur Veränderungen thematisiert, mit denen ich selbst schon Erfahrungen gemacht habe. Ich werde den Artikel regelmäßig erweitern und überarbeiten und freue mich auf Anregungen, Kritik und Austausch in den Kommentaren.

4 Gedanken zu “Kleine und große Veränderungen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

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