Die Eat -me -first -Kiste für mehr Kreativität in der Küche und weniger Lebensmittel-verschwendung

IMG_20181118_183808_974

Selbst wenn man, wie ich es seid einigen Jahren tue, versucht, minimalistisch zu leben, wenig zu kaufen und jede neue Anschaffung eher einmal zu oft zu überdenken, passiert es in manchen Bereichen des Lebens, dass sich wie von Zauberhand doch immer wieder neue Dinge ansammeln und früher oder später die Schränke, Regale, Kisten und Körbe doch wieder überquellen.

Einer der Bereiche in denen es mir wirklich schwer fällt, den Überblick zu behalten und meine Vorräte regelmäßig aufzubrauchen, ist definitiv mein Lebensmittelvorrat. Das liegt zum einen an meiner Neugier und Leidenschaft für neue Produkte. Sehe ich etwas Neues im Regal, möchte ich es unbedingt ausprobieren, kreiere im Kopf schon die leckersten Kombinationen und habe Angst, mein potentiell neues Lieblingsfutter zu verpassen. Leider hält meine Euphorie häufig nur bis zum Heimweg. Zuhause wird die neu Errungenschaft dann neben vielen Weiteren im Vorratsregal platziert und am Abend gibt es dann doch wieder Kartoffelstampf oder Linsenbolognese.

Auch wenn solche Verhaltensweisen natürlich in allen Bereichen ziemlich anti-minimalistisch, uneffektiv und verschwenderisch sind, kommt im Lebensmittelbereich zusätzlich auch noch die Verderblichkeit vieler Produkte dazu. Als ich vor ein paar Monaten meine Vorratsschränke und -regale aufgeräumt habe und feststellen musste, dass einige Lebensmittel tatsächlich schon nicht mehr genießbar waren, war ich ziemlich schockiert.

Zusätzlich zu einer Veränderung in meinem Kaufverhalten, wollte ich auch ein System finden, dass mit hilft, die Küchenleichen, die sich trotzdem noch ansammeln, zeitnah und effizient aufzubrauchen. Seither gibt es in meinem Haushalt die Eat-me-first-Kiste und ich bin damit tatsächlich mehr als zufrieden.

Die klassische Eat-me-first-Kiste wird eigentlich eher im Kühlschrank platziert und mit allem gefüllt, das kurz vor dem Ablaufdatum steht und daher möglichst zeitnah aufgebraucht werden sollte. Weil sich in meinem Kühlschrank aber vor allem Pflanzendrink und -joghurt, was ich sehr regelmäßig verwende, Überbleibsel gestriger Kochaktionen, was in der Regel mein Mittagessen am nächsten Tag darstellt und frisches Gemüse, das bei mir wirklich niemals schlecht wird, tummelt, ist ein solches System im Kühlschrank für mich zirmlich überflüssig.

Ganz anders sieht es, wie schon erwähnt, bei meinen haltbaren Vorräten aus. Auch wenn diese natürlich deutlich länger halten als gekühlte Produkte, werden sie gar nicht verwendet, gehen auch diese Lebensmittel früher oder später kaputt. Ich habe also bei aufräumen und aussortieren meiner Bestände alle Leensmittel identifiziert, die ich nicht regelmäßig verwende und nachdem ich sie aufgebraucht habe, auch nicht mehr nachkaufen möchte. In einem großen Holzkorb lagern die jetzt gut sichtbar in meinem Vorratsraum.

Schon dass ich die Lebensmittel jetzt ständig sehe, hat schon dazu geführt, dass ich einiges davon in meine Gerichte integriert und so nach und nach aufgebraucht habe. Um meine Kiste noch ein bisschen fixer zu leeren, habe ich außerdem häufig bevor ich begonnen habe zu kochen, mein wöchentliches Brot zu backen usw. erstmal einen Blick in die Kiste geworfen und mir vorgenommen, mindestens ein Produkt daraus zu verwenden. Für Einige habe ich mir außerdem extra Rezepte zusammengesucht und versucht die Zutaten, die ich nicht Zuhause hatte durch Andere aus meinem Vorrat zu ersetzten, um meine Vorratshaltung nicht noch weiter aufzublasen.

Ich habe versucht, die Kiste zu keinem Zeitpunkt zu sehr zu überladen, um den Überblick zu behalten, mich nicht zu überfordern und die Lebensmittel auch wirklich zeitnah zu verbrauchen. Sobald es in der KIste etwas luftiger wurde, habe ich sie durch neue Vorratsleichen gefüllt und meine Regale so nach und nach gänzlich von allem Unnötigen befreit.

Neben meinen Standartgerichten, die ich mit den Zutaten aus der Kiste erweitert oder variiert habe, kamen in der Zeit auch ganz neue und überraschenderweise meistens super leckere Gerichte auf meinen Tisch.

IMG_20181118_183855_825

Natürlich wechselt der Inhalt meiner Eat-me-first-Kiste ständig. Trotzdem habe ich mit der Zeit gemerkt dass sich immer wieder sehr ähnliche Produkte bei mir ansammeln, die in sehr ähnlichen Situationen den Weg in mein Vorratsregal finden.

Klassischerweise sind das bei mir …

Explizit vegane Lebensmittel, die vorzugsweise Freunde oder Familienmitglieder im Supermarktregal entdecken und mir begeistert mitbringen. Eigentlich super nett, aber meistens verwende ich dann doch nichts davon und die meisten enden dann doch in einer der Eat-me-first-Kisten. Fertigmischungen für Bratlinge und der Kakao mir Maca und Curcuma sind da die besten Beispiele.

Snacks, die ich mir in der Not irgendwo unterwegs kaufe und dann doch nicht, oder nur zum Teil auffuttere. Der fertige Smoothie und eine Packung angefangene Grissini gehören definitiv in diese Kategorie.

Lebensmittel, die ich für ein Rezept gebraucht, gekauft und später nie wieder verwendet habe. Die großen Sojaschnetzel, Mie-nudeln ohne Ei und Spaghetti aus Buchweizen sind eigentlich lecker und vielseitig, aber definitiv nichts, das ich in meiner täglichen Kochroutine brauche.

Produkte, die noch aus meiner Studienzeit stammen und die meine Eltern für mich gekauft haben, falls ich ihnen spontan einen Wochenendbesuch abstatte. So haben sich zum Beispiel die beiden Gläser Bohnen bei mir angesammelt.

Und zuletzt, die ich selbst und auch sehr bewusst gekauft habe, weil ich sie eine Zeit lang sehr regelmäßig verwendet habe, aber mittlerweile einfach nicht mehr brauche, mag oder die einfach in Vergessenheit geraten sind. Das Erdnussprotein war sehr lange ein sehr beliebter Bestandteil meiner Regenerationssnacks, bis ich irgendwann im letzten Jahr nach und nach immer mehr auf meinen Zuckerkonsum geachtet habe und das Erdnussprotein durch echte Nüsse ersetzt wurde. Soll nicht heißen, dass ich keinen Zucker mehr esse oder es ein Problem für mich ist, das Proteinpulver aufzubrauchen, sondern lediglich, dass ich mehr auf meinen Zuckerkonsum achte und versuche, ihn aus meiner alltäglichen Ernährung größtenteils fern zu halten. Das Erdnussprotein werde ich natürlich trotzdem verwenden, ab und zu, wenn ich wirklich Lust darauf habe.

Meine Eat-me-first-Kiste hilft mir nicht nur, die Vorräte, die sich bereits bei mir angesammelt haben, aufzubrauchen und so vor der Tonne zu schützen, sondern auch dabei zu verhindern, dass sich wieder neue, unnötige Dinge ansammeln.

Freunde und Familie wissen mittlerweile, dass ich viele Dinge, obwohl sie vegan sind, nicht essen möchte und sie mich mit einer Packung Nüsse, einer Tafel Zartbitterschoki (da wären wir wieder beim Thema Zucker …) oder, im Luxusfall, mit einem Glas selbstgemachter Energiekugeln sehr viel glücklicher machen, als mit Fertigmischungen voller Superfoods.

Für spontane Ausflüge oder andere Snack-Notfälle habe ich meistens ohnehin ein paar Scheiben Bananen- oder Früchtebrot im Kühlfach oder selbst gebackene Kekse im Haus, die ich jederzeit in einer Brotdose, ganz müllfrei für unterwegs einpacken kann.

IMG_20181118_183723_225

Brauch ich für ein Rezept neue Produkte, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich sie auch danach noch weiter verwende, wähle ich mittlerweile immer erstmal die kleinstmögliche Verpackungsgröße (mülltechnisch sicher nicht ideal, aber besser, als später Lebensmittel wegzuschmeißen), suche mir, wenn doch mal was über bleibt, gezielt Rezepte mit dem entsprechenden Lebensmittel oder improvisiere, wie eigentlich meistens in der Küche, um den übrig gebliebenen Rest aufzubrauchen.

Vor einigen Wochen ist so aus einer angebrochenen Packung Canihua ein ganz fantastisches Superfood-Brot, und aus, schon fast abgelaufenen, getrockneten Tomaten ein würziger Lisen-Tomaten-Aufstrich entstanden. Die beiden Rezepte findet ihr direkt über die Links hier auf dem Blog.

 

 

2 Gedanken zu “Die Eat -me -first -Kiste für mehr Kreativität in der Küche und weniger Lebensmittel-verschwendung

  1. Die Eat-Me-First-Kiste finde ich eine ganz tolle Idee und habe ich selbst auch schon ausprobiert. Allerdings gehöre ich eher zu den Leuten, wo die gekühlten Lebensmittel zu schnell ablaufen, nicht die Vorräte… Doch auch hier lässt sich das System, wie du ja geschrieben hast, auch anwenden.

    Ich hole sonst auch gern alles aus dem Kühlschrank, was weg muss. Und wenn mir selbst kein passendes Gericht dafür einfällt, nutze ich sehr gern die kostenlose Rezepteverwertung von chefkoch.de (not sponsored!). So probiert man auch mal was Neues 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s