Neujahresvorsatz für 2019 „wieder mehr Rennrad fahren“ – Recap des ersten Monats

 

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Di., 2. Januar. Kurz nach acht in der Früh, das neue Jahr ist noch keine 30 Stunden alt und mein Neujahresvorsatz fordert mich direkt richtig heraus. Nach den Feiertagen ist kein Brot mehr im Haus und der einzige Moment des Tages, zu dem ich Zeit habe, eines zu backen, sind die Stunden am Morgen. Leider fehlt in meinem Vorrat sowohl Hefe, als auch ausreichend Vollkornmehl.

Der nächste Laden, in dem ich beides in Bioqualität bekomme, ist rund drei Kilometer entfernt, es ist noch ziemlich dunkel und richtig kalt. Das Auto steht vor der Tür, die Heizung darin wäre in zwei Minuten warm und nach spätenstend 15 Minuten wäre ich, mit Hefe und Mehl, wieder Zuhause.

Aber rein objektiv gibt es keinen plausiblen Grund, der mich vom Radfahren abhalten könnte. Ich habe ausreichend Beleuchtung am Rad, bin im Besitz ziemlich warmer Wintersportbekleidung, es ist weder glatt, noch regnet es in Strömen.

Ok, also Thermohose und Winterjacke an, Lichter ans Rad und raus, am Besten, bevor der Kopf realisiert, was man vorhat.

Knapp 25 Minuten später bin ich zurück Zuhause, leicht angefroren, noch vor dem Frühstück eine kleine Radeinheit auf der Uhr und ziemlich stolz und zufrieden mit diesem Start ins Jahr. Und vor allem: mit Hefe und Mehl.

Sa., 4. Januar. Einer der Momente, in denen ich in letzter Zeit viel zu oft und völlig unnötigerweise das Auto genommen habe. Es ist kurz vor siebzehn Uhr am Nachmittag und draußern ist es schon ziemlich kalt, dunkel und verdammt ungemütlich. Ein langer Lauf liegt hinter mir und ich bin dementsprechend einigermaßen platt und habe es mir schon vor dem warmn Ofen bequem gemacht. Das einzige To-Do, das noch auf meiner Liste steht sind ettliche Pakete, die in spätestens einer Stunde im Paketshop sein müssen. Einmal mit dem Rennrad ins Dörfchen fahren wäre ja noch in Ordnung, aber ich weiß genau, dass ich die ganze Ladung niemals auf einmal in meinen Rucksack und Jutetaschen bekommen werde. Würde ich tatsächlich das Rad nehmen, müsste ich den Weg mindestens zwei, wenn nicht ogar dreimal fahren. Hätte ich mir den Vorsatz nicht explizit formuiert, würde ich nicht einmal versuchen, den Weg mit dem Rad zu bewältigen.

Und das obwohl der Weg mit dem Auto, objektiv betrachtet, deutlich länger und im Ferierabendverkehr noch dazu ziemlich ätzend ist.

Also krame ich meinen größten Rucksack aus dem Schrank, packe so viele Pakete wie möglich in den Rucksack und mich in meiner Winterjacke auf`s Rad. Keine zehn Minuten später ist die erste Ladung versandt und nach einer halben Stunde bin ich auch schon wieder Zuhause mit dem Buch vor meinem Ofen, als wäre gar nichts gewesen.

Do., 17. Januar. Nachdem Teil eins meines Vorsatzes schon ganz gut funktioniert, geht es heute an Teil zwei der Abmachung mit mir selbst. Zum ersten Mal in diese Jahr möchte ich mich heute auf eine mindestens einstündige Ausfahrt mit dem Rennrad machen. Seit Tagen scheint die Sonne, der Frost hat sich fast gänzlich verzogen und von Glätte ist keine Spur mehr. Früh morgens ist es trotzdem noch deutlich zu kalt, aber um zehn Uhr mache ich mich dann doch auf dem Weg in Richtung Schwarzwald, wo ich in einem Tal unweit meiner Wohnung gut zwanzig Kilometer mehr oder weniger flach auf schönsten Wegen radeln kann. In der Stadt sind die Temperaturen noch recht angenehm, aber je mehr ich ins Tal fahre, desto weniger wärmend scheint die Sonne zu werden. Schon nach zwhn Minuten bereue ich die Wahl meiner Schuhe, nach einer halben Stunde werden meine Füße zu Eiszapfen und wenige Minuten später drehe ich ab, weil ich an meinen Ohren trotzt Stirnband unterm Helm einen unangenehmen, eiskalten Zug ausmache. Fazit: Ich liebe Rennrad fahren nach wie vor, aber unter zehn Grad plus werde ich mich definitv nicht mehr auf`s freie Feld begeben.

So., 20. Januar. Jetzt ist er also doch da: der Winter. Bis auf einen einzigen Tag wurde meine kleine Heimatstadt in Süddeutschland von richtig kalten Temperaturen und glatten Straßen verschont. Aber seit einigen Tagen ist Schluss damit. Nicht nur, dass es plötzlich doch noch zu schneien begonnen hat, darüber würde ich mich nach diesem, bisher ziemlich herbtlichen Winter ja fast schon freuen, leider kommt der Schnee in der Nacht und am frühen Morgen in Kombination mit eisigem Regen am Mittag, der die traßen in spiegelglatte Schlitterbahnen verwandelt.

Es ist Sonntagmorgen und ich möchte in eine Yogaklasse. Das Studio ist nur drei Straßen entfernt, die leider so lang sind, dass laufen keine Option ist. Das Auto zu nehmen wäre verlockend, obwohl der Zeitunterschied zu Rennrad minimal und die Parkplatzsituation an dem Studio Sonntagmorgens ein Zumutung ist. Voraussichtlich wird zu dieser Zeit kaum Jemand unterwegs sein, weder im Auto, noch auf den Gehwegen. Ich kann also die größenteils eisfreien Straßen nutzen, ohne andere zu behindern und an kritischen Stellen problemlos auf die Gehsteige wechseln.

Also Yogadress an, Regenhose und Jacke drüber und rauf auf`s Rad. Ich fahre viel langsamer als sonst, fühle mich trotz der nassen Straßen ziemlich wohl und sicher und bin trotz der Kälte froh an der frischen Luft zu sein. Als ich im Studio ankomme, bin ich nicht nur ziemlich spät dran, sondern vor allem patschnass und entscheide mich dazu die Yogaklasse gegen eine Stabieinheit zu tauschen und mich vorher ordentlich trocken zu föhnen, um keine Erkältung zu riskieren.

Knapp eineinhalb Stunden später in ich durch, spare mir die Dusche, schlüpfe wieder in meine, noch immer nasse Überbekleidung und werde zum zweiten Mal an diesem Tag so richtig nass. Zurück Zuhause springe ich unter die warmen Dusche und bin irgendwie ziemlich stolz auf mich.

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Di., 29. Januar. Wenn es läuft, dann läuft es. Und wenn es schief läuft, läuft es richtig schief. Zur Zeit ist Rad fahren nicht nur mein Neujahrsvorsatz, sondern mei einzig verfügbares Fortbewegungsmittel. Unser Familienauto ist durch andere Familienmitglieder belegt, das Wetter spielt noch immer verrückt, es regnet und schneit abwechselnd und der Tag ist voller Terminen, Verabredungen und am Abend steht auch noch eine kleine Stabieinheit im Studio an.

Ich bin schon ziemlich früh auf, schwinge mich auf mein Rad und merke schon nach wenigen Minuten, dass laufen so früh am Morgen definitiv die bessere Option ist. Die Straßen sind spiegelglatt und von geräumten Radwegen kann keine Rede sein. Zum ersten Termin des Tages komme ich zum Glück auch zu Fuß und bis zum Mittag sollte zumindest das grobe Eis weggetaut sein.

Später am Tag sind die Straßen frei und die Zeit mal wieder verdammt knapp. Eine knappe halbe Stunde brauche ich mit dem Rad zum nächsten außerhäuslichen To-Do des Tages. Knapp zehn Minuten bin ich unterwegs und plötzlich merke ich, dass die Treterei mit einem Mal verdammt anstrengend ist. Also runter vom Rad und direkt mit beim ersten Blick bestätigt sich die Befürchtung: Hinterreifen geplatzt, Luft raus, Rad platt – Shit happens. Den Termin kann ich kurzfristig verschieben, das Rad wird am Straßenrand angeschlossen und überraschenderweise bin ich auch mit den Öffis eine knappe Stunde später am Ziel.

Mein geliebtes Rennrad gebe ich auf dem Heimweg direkt beim Raddoktor meines Vertrauens ab und der erste Monat des ersten Jahres endet ohne meinen wichtigsten partner in crime in Sachen Neujahresvorsatz.

 

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