[PROJEKT SELBSTVERSORGUNG] Endlich Frühling

Als ich im letzten Jahr von aus der Großstadt zurück aufs Land gezogen bin, habe ich mich groteskerweise auf eine Sache ganz besonders gefreut: endlich wieder einen verhältnismäßig großen Garten zur Verfügung zu haben.

Nachdem ich schon in Berlin Spinat, Zuchini, Paprikas und verschiedene Kräuter auf meinem kleinen Stadtbalkon angebaut habe, ist dieses Hobby in den letzten Jahren geradezu explodiert.

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Über den Winter konnte ich zwar schon Spinat und Feldsalat im eigenen Garten anbauen und ernten, der richtige Spaß und vor allem, die richtige Arbeit geht natürlich aber erst jetzt im Frühjahr los.

Nachdem ich im letzten Herbst schon einen Kompost angelegt habe, der über den Winter natürlich fleißig befüllt wurde, einen Großteil der Beete ausgehoben, bzw. angelegt habe, geht es jetzt – Anfang April an die konkrete Planung, die Aussaat der ersten Sorten und die Vorbereitung der Beete für nährstoffbedürftigere Pflanzen.

Ich habe mir schon über den Winter Gedanken gemacht, wie genau ich Gärtnern möchte, was mir wichtig ist und worauf ich lieber verzichte.

In diesem Beitrag habe ich deshalb die Grundlagen meiner Selbstversorgung zusammengefasst.

DER KOMPOST

Für mich definitiv der heilige Gral. Ein Kompost ist für mich die ideale Lösung, meinen Pflänzchen die nötigen Nährstoffe direkt aus der Natur zuzuführen, kostengünstig an den besten Dünger zu kommen, den es gibt und ganz nebenbei die Menge an Restmüll signifikant zu reduzieren.

Ich habe meinen Kompost aus heimischem Holz selbst gebaut und befülle ihn sowohl mit meinen Küchenabfällen (bis auf Zitrusschalen, die sich nur sehr schwer zersetzen) und Kaffeesatz, als auch mit Grünabfällen aus dem Garten. Ab und zu „impfe“ ich ihn mit etwas (HOLZ!)Kohle aus unserem Ofen, um den Kompost mit Kalium und Spurenelementen anzureichern und Brennesseln aus dem Wald, um ihm zusätzlichen Stickstoff zuzuführen.

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DIE ERDE

Dass Erde aus dem Gartencenter torffrei sein sollte, ist mittlerweile vermutlich bekannt. Torf wird in Mooren abgebaut, zerstört die dort, über Jahrhunderte aufgebaute Flora und setzt darüber hinaus beim Abbau Unmengen an Stickstoff in die Atmosphäre frei.

Wer biovegan gärtnern möchte, kann bei der Wahl der Erde aber auch darüber hinaus noch über einige Hinternisse stolpern. Viele Erden (auch die Bio-Varianten) enthalten leider Blut- oder Knochenmehl, Hornspäne oder Tierhaarpellets. Wer das ebenso ekelhaft findet wie ich, sollte beim Erdkauf besonders auf die Inhaltsstoffe achten.

Ich habe das Glück, in meinem Garten eine sehr gute, lehmreichen Boden vorzufinden und zusätzlich Zugriff auf super lebendige Erde aus dem Wald direkt neben unserem Wohnhaus zu haben. Ich hole mir ab uns zu eine ganze Schubkarre aus dem Wald und mische sie mit meinem eigenen Boden, gekaufter Gemüseerde und reifem Kompost zu einer Mischung, die den Pflänzchen bisher sehr gut bekommt.

P.S. Der Waldboden enthält natürlich nicht nur Nährstoffe, sondern auch reichlich Pflanzen- und Baumsamen, weshalb ich ganz regelmäßig kleine Ahornbäume und Brennesseln aus meinen Beeten ziehe.

DIE DÜNGUNG

Auch wenn ich biovegan anbaue, bleibt es nicht aus, dass ich meine Pflänzchen hin und wieder mit einer Extraportion Nährstoffe versorgen möchte. Vor alles bedürftige Sorten wie Kohlgewächse oder Kürbis freuen sich über die zusätzliche „Fürsorge“.

Weil ich nicht nur natürlich arbeiten, sondern auch möglichst plastikfrei zu Rande kommen möchte, verwende ich dafür (neben meinem reifen Kompost, den ich in die Beete einarbeite) vor allem Brennesseljauche.

Dazu pflücke ich regelmäßig ca. 1kg Brennesseln im Wald, mische sie in einem großen Bottich mit ca. 5 Litern Regenwasser und stelle den Behälter zur Gärung an einen warmen Ort im Garten. Nach ca. einer Woche ist die Jauche fertig (erkennbar daran, dass sie nicht mehr schäumt), kann abgedeckt und verwendet werden.

Zur Düngung verdünne ich die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gieße die bedürftigen Sorten ca. einmal in der Woche mit dem Sud.

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DER PFLANZENSCHUTZ

Der beste Schutz gegen Schädlinge ist meiner Meinung nach Artenvielfalt. Ein Ungleichgewicht entsteht in der Regel durch Monokultur und zieht Schädlinge und Pflanzenkrankheiten an.

Ich baue auf meinen Beeten deshalb immer mehrere Sorten an und achte darauf, dass sich diese möglichst in ihrere Art begünstigen.

Schnecken bleiben häufig fern, wenn man die betroffenen Pflanzen hin und wieder mit der Brennesseljauche bestrüht, Zwiebeln oder Rucola zwischen die Pflanzen säht oder sehr anfällige Pflanzen in Nachbarschaft zu mediterranen Kräutern stellt.

Wenn Petersilie und Schnittlauch zwischen Salbei, Thymian und Rosmarin wachsen, halten deren ätherischen Öle gefräßige Schnecken weitgehend fern.

 

 

 

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