[PROJEKT SELBSTVERSORGUNG] Gartenplanung und Bodenverbesserung

PLANUNG IST DIE HALBE ERNTE.

Das Gartenjahr beginnt früh. Auch wenn die meisten Gemüsesorten erst im Mai ins Freiland ausgesäht oder als kleine Pflänzchen ausgepflanzt werden, gibt es bereits ab März reichlich zu tun.

Ich beginne dann meist mit der konkreten Planung meiner Beete und entscheide final was ich wo anbauen möchte. Um die, mir zur Verfügung stehenden Flächen möglichst effektiv zu nutzen, gehe ich schon dabei möglichst organisiert vor.

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1. Flächen ausloten.

Wie genau sind die Standorte belichtet? Knallt am Nachmittag die Sonne auf das Beet, steht es den ganzen Tag im Schatten eines großen Baumes oder befindet sich der Platz im Halbschatten.

Wie groß ist die bepflanzbare Fläche, welche Pflanzen stehen fix in unmittelbarer Nähe und Wurzeln eventuell in tieferen Lagen in die Beete.

Einen weiteren Faktor in der Planung stellt die Fruchtfolge dar. Verschiedene Kulturen benötigen unterschiedliche Nährstoffe und zehren den Boden unterschiedlich stark aus. Eine konsequente Bodenverbesserung verringert diesen Einfluss zwar, trotzdem achte ich darauf, in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht exakt dieselbe Kultur auf ein Beet zu sähen und spätestens nach drei Jahren Stark- und Mittelzehrern eine Legominose (z.B. Buschbohnen, Lupine oder Erbsen) auf dem Beet anzubauen.

Vor allem extrame Starkzehrer, wie Zuchini oder Kürbis baue ich außerdem gerne in großen Töpfen oder einzelnen Hochbeeten an, in denen ich die Erde auch mal komplett austauschen kann. So muss ich in keinem Jahr auf meine Lieblingskulturen verzichten, auch wenn ich nicht über ausreichend Sonnenplätze verfüge, um sie regelmäßg zu variieren.

2. Pflanzen auswählen.

Ich beginne meist mit meinen Lieblingen. Also den Sorten, die ich definiv anbauen möchte und verteile sie je nach Standortbedürftigkeit auf die Beete.

Da ich keine Monokulturen anbaue versehe ich dann jedes Beet mit einer passenden Zweit-, je nach Größe auch Drittkultur.

Konkret wir es bei mir in diesem Jahr drei sonnige Hochbeete mit Kürbis, Brokkoli, roter Beete, Salat und Frühlingszwiebeln geben. In großen Trögen in der Sonne wachsen Paprika, Auberginen und Zuchini. Auf mehreren Beeten im Halbschatten baue ich Buschbohnen, Spinat, Radieschen und verschiedene Salate an. Ein Kräuterbeete mit ettlichen verschiedenen mediterranen und heimischen Arten wächst mehrjährig. Und auf einem Winterbeet im Halbschatten sähe ich Rosenkohl, Wirsing, Winterspinat und Feldsalat an.

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3. Pflänzchen vorziehen.

Vor allem mediterrane Gemüsesorten wachsen in unseren Breitengraden vor allem zu Beginn sehr langsam. Daher sähe ich Paprika und Auberginen bereits im Februar auf der Fensterbank an und topfe sie immer wieder in größere Gefäße um, bevor sie Mitte Mai entgültig nach draußen dürfen.

Im März sähe ich außerdem Bohnen, Porree, Zuchini, Brokkoli und Kürbis in Töpfen an, um sie im Mai als Pfänzchen ins Freiland zu pflanzen. Spinat, Radieschen und Steckzwiebeln dürfen schon im März direkt ins Freiland.

BODENVERBESSERUNG.

Eine der wichtigsten Grundlagen für die erfolgreiche biovegane Gärtnerei ist ein gut gepflegter, nährstoffreicher Boden.

Ich dachte früher, ein unbepflanzter, freistehendes Beet regeneriere sich am besten. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Auf einer freien Fläche zerstört die direkte Sonneneinstrahlung jegliche Nährstoffe, der harte Regen verdichtet das Erdreich außerdem und macht es Pflanzen noch zusätzlich schwer.

Ich habe mittlerweile eine alltagstaugliche Variante gefunden, den Boden für meine Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen und Spurenelementen auszustatten.

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1. Gründüngung.

Die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt schon Ende Herbst nach der letzten Ernte. Ich grabe meine Beete dann gründlich um, arbeite einige Schaufeln voller sehr reifem Kompost und Mulch in die Erde ein und sähe eine Schicht Gründüngung auf die Beete. In meinem Fall ist das in der Regel Spinat oder Senf, aber auch Luzerne oder Klee eignen sich gut.

2. Ernten.

Schritt zwei folgt im Frühjahr. Mitte März ist der Spinat im Normalfall ernereif, blüht aber noch nicht. Spinat sollte zum Verzehr immer vor der Blühte geerntet werden, denn danach wird er schnell bitter. Zur Ernte wird der Spinat einfach bodennah abgeschnitten.

In Bezug auf die Bodenverbesserung wäre es ideal, die geernteten Blätter einfach auf dem Beet verrotten zu lassen. Bei Spinat bringe ich das nicht über`s Herz, sondern verwende ihn in der Küche weiter.

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3. Mulchen.

Die Königsdisziplin der Bodenverbesserung. Gemucht werden kann mit halbreifem Kompost, mit der auf dem Beet verbleibenden Gründüngung, mit Stroh, Gras-, Wiesen- oder Brennesselschnitt oder Laub.

Ersteres ist mein ungeschlagener Favorit, da Kompost der Erde mit Abstand die meisten Nährstoffe zuführt und außerdem für jede Kultur geeignet ist.

Das (bereits grüngedüngte) Beet wird dazu locker umgeharkt, die kleinen Wurzeln der Spinatpflanzen werden so in die Erde eigearbeitet und der Untergrund für Käfer und Regenwürfer aufgelockert. Anschließend bedecke ich die Fläche mit einer 3-5cm dicken Schicht halbreifem Kompost (dieser Mulch liegt etwa 3-6 Monate auf dem Kompost, ist teilweise schwarz zersetzt, enthält aber noch große Teile von Pflanzen und Blättern). Abdedeckt wird der Kompost mit einer dünnen Schicht aus Gras- oder Wiesenschnitt, um ihn vor der Austrocknung zu schützen.

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4. Bepflanzung.

Beginnt Anfang Mai die Zeit der Aussaat ist Freibeet und der Verpflanzug kleiner Setzlinge, werden sowohl Kompost, als auch die Schutzschicht aus Gras- oder Wiesenschnitt oberflächlich in das Beet eingearbeitet.

Seit dem Mulchen sollte nun ein- bis eineinhalb Monate vergangen sein, der Kompost ist größtenteils zersetzt und im Beet ist die Käfer- und Wurmparty in vollem Gange.

Ich versuche bei der Einarbeitung deshalb sehr vorsichtig zu arbeiten, um die neu eingezogenen Bewohner möglichst wenig zu stören oder gar zu verletzen.

Die Setzlinge finden nun nahezu perfekte Bodenbedingungen mit reichlich Nährstoffen, Spurenelementen und lockerem Substrat vor.

 

 

 

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