[PROJEKT SELBSTVERSORGUNG] Pflanzenportraits: Spinat, Sauerampfer und Buschbohnen

Wer erfolgreich gärtnern möchte, eine reiche Ernte erzielen und möglichst wenig Ärger mit Unkraut, Schädlingen und Pflanzenkrankheiten bekommen möchte, muss vor allem wissen, was die Pflänzchen brauchen, mögen und vor allem, was sie gar nicht leiden können.

Weil es manchmal gar nicht so einfach ist den Durchblick in Sachen Standort, Pflege, Düngung, Gießen und der passenden Nachbarschaft zu behalten, stelle ich hier immer mal wieder einige Nutzpflanzen mit all ihren Vorlieben und Bedürfnissen vor und berichte vor allem von meinen eigenen Erfahrungen im Gärtneralltag.

Allgemeine Gartenbasics zum bioveganen Gemüseanbau habe ich übrigens in diesem Beitrag zusammengefasst. Infos zu einer sinnvollen Gartenplanung und Praxistipps zur Bodenverbesserung gibt es hier.

Los geht`s heute mit Spinat, Blutampfer und Buschbohnen.

Die drei Pflanzen passen auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders gut zusammen, tatsächlich haben sie eine Menge Gemeinsamkeiten. In erster Linie sind sie aber unheimlich unkompliziert in der Handhabung und Pflege und daher perfekt geeignet für Anfänger und Anfängerinnen und alle, die nur wenig Zeit investieren können.

Hinzu kommt, dass sich alle der drei Sorten super auf kleinem Raum auf dem Stadtbalkon kultivieren lassen. Zu dem passenden Beitrag kommt ihr hier.

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Spinat

Spinat ist nicht nur geschmacklich einer meiner absoluten Lieblinge in Sachen Grünzeug, sondern auch im Garten ein echter Musterknabe.

Spinat kann im Grunde das ganze Gartenjahr (von Februar bis Oktober) über direkt ins Freibeet gesäht werden. Ich sähe in der Regel die erste Ladung schon im Februar aus und ernte und sähe dann bis in den Spätherbst laufend weiter. Das letzte Mal sähe ich so, dass die Keimlinge noch einige warme Tage im Spätherbst erleben und dann über den Winter auswachsen um im Januar und Februar erntereif sind.

Ich ernte die großen Blätter immer direkt ab, um Luft und Nährstoffe für die übrigen Pflänzchen verfügbar zu machen. Definitiv geerntet werden sollten die Blätter aber bevor sich der Blütenansatz bildet. Dann wird der Spinat zum einen bitter und extrem anfällig für Blattläuse.

Er mag es halbschattig und recht feucht und kann zum Beispiel auch als Gründüngung im frühen Gartenjahr für die geplanten Gemüsebeete oder zum Schutz vor Austrocknung unter Büsche und Bäume oder zwischen große Pflanzen gesäht werden.

Auf dem Blakon lässt er sich super in Balkonkästen kultivieren. Achtet dabei allerdings darauf, den Spinat nicht zu eng zu sähen und die Erde nach jeder Ernte auszutauschen, um den Blattlausbefall zu verringern.

Er freut sich über reifen Kompost, der in den Boden eingearbeitet wird und über häufige Beetwechsel, da er den Boden mittelstark auszehrt.

Spinat verträgt sich besonders gut mit Tomaten, Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrabi, Wirsing, Radieschen, Selerie, Stangenbohnen und Zuchinis.

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Sauerampfer

Sauerampfer, bzw. Blutampfer ist tatsächlich ein Wildgemüse, das auch bei uns häufig in feuchten Waldgebieten wächst.

Ampfer wird im März/April direkt ins Freibeet gesäht. Er ist winterhart und mehrjährig und muss daher nicht jedes Jahr neu ausgesäht werden.

Ampfer wächst ebenfalls im Halbschatten und mag es feucht und nährstoffreich. Er macht sich gut im Kräutergarten in der Nähe von anderen mehrjährigen, heimischen Kräutern wie Schnittlauch oder Petersilie.

Auf dem Balkon wächst Ampfer auch in einem großen Topf perfekt. In einer schattigen Ecke und feucht gehalten fühlt er sich dort besonders wohl.

Bei mir wächst Sauerampfer und Blutampfer sowohl im Kräuterbeet, als auch im Mischbeet gemeinsam mit Radieschen und Mangold.

Wer den herben Geschmack von Sauerampfer nicht mag, sollte sich an dem, von roten Fasern durchzogene Blutampfer testen. Der macht nicht nur optisch was her sondern ist auch deutlich milder als sein grasgrüner Bruder.

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Buschbohnen

Buschbohnen sind genau wie Erbsen, Lupinen oder auch Erdnüsse Leguminosen und damit die heimlichen Stars des Gemüseanbaus.

Leguminosen bringen während der Wachstumsphase Stickstoff in den Boden ein und steigern so dessen Qualität, statt ihn, wie der Großteil der anderen Gemüsepflanzen auszuzehren.

In der Praxis bedeutet das, dass auf einem von einem Starkzehrer (z.B. Zuchini oder Brokkoli) ausgelaugten Beet schon im darauf folgenden Jahr problemlos Buschbohnen angebaut werden können und dieses im Anschluss daran wieder bereit für eine bedürftigere Pflanzenart ist.

Zusätzlich zu ihren unschlagbaren Vorteilen für die Bodenqulität sind Buschbohnen außerdem sehr einfach in ihrer Handhabung, wenig anspruchsvoll und in der Regel sehr ertragreich.

Ich ziehe die Pflänzchen im April in großen Töpfen vor und pflanze sie erst ab einer Größe von mindestens 10cm ins sonnige bis halbschattige Mischbeet mit verschiedenen Kohlsorten, Rote Beete und Salat.

Vor der Verpflanzung ins Beet lockere ich die Erde gründlich auf und versorge sie mit etwas reifem Kompost. Die schmalen Stängel stabilisiere ich etwas, indem ich Erde rund um die Stängelbasis anhäufe und leicht andrücke.

Auf dem Balkon entfällt dieser Schritt natürlich. Dort verbleiben Sie in großen Töpfen (auf 30cmx30cm passen dort ca. 4 Pflanzen). Der Anbau in Balkonkästen ist leider ungünstig, denn der Wind bricht häufig die empfindlichen Stängel ab.

Boschbohnen mögen Erdbeeren, Rote Beete, Mangold, Sonnenblumen, Gurken, Salat und alle Kohlsorten besonders gerne. Mit Erbsen, Fenchel, Knoblauch , Porree und Zwiebeln verstehen sie sich dagegen weniger gut.

 

 

 

 

 

 

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