[PROJEKT SELBSTVERSORGUNG] Pflanzenportraits: Mediterrane Kräuter

Wer erfolgreich gärtnern, eine reiche Ernte erzielen und möglichst wenig Ärger mit Unkraut, Schädlingen und Pflanzenkrankheiten bekommen möchte, muss vor allem wissen, was die Pflänzchen brauchen, mögen und vor allem, was sie gar nicht leiden können.

Weil es manchmal gar nicht so einfach ist den Durchblick in Sachen Standort, Pflege, Düngung, Gießen und der passenden Nachbarschaft zu behalten, stelle ich hier immer mal wieder einige Nutzpflanzen mit all ihren Vorlieben und Bedürfnissen vor und berichte vor allem von meinen eigenen Erfahrungen im Gärtneralltag.

Allgemeine Gartenbasics zum bioveganen Gemüseanbau habe ich übrigens in diesem Beitrag zusammengefasst. Infos zu einer sinnvollen Gartenplanung und Praxistipps zur Bodenverbesserung gibt es hier.

Mediterrane Kräuter sind nicht nur geschmacklich einer meiner absoluten Favoriten, sondern, wenn man ein paar Regeln beachtet auch so einfach in der Pflege, dass es kaum erwähnenswert wäre.

Mediterrane Kräuter lieben eine Menge Sonne, Wärme und sandige Böden, die im besten Fall mit einigen Kieseln oder anderen Steinen versetzt wurden.

Die meisten Sorten sind außerdem nicht nur mehrjährig, was immer neues aussähen überflüssig macht und müssen außerdem kaum gegossen werden. Auch die Arbeit des Unkraut jäten beschränkt sich in der Regel auf ein Minimum, denn die meisten (heimischen) Unkrautarten kommen mit der wenigen Wasserzufuhr und der direkten Sonneneinstrahlung schlicht nicht zurecht.

Ich habe in meinem Garten am sonnigsten Platz, den ich finden konnte, ein ca. 2m x 2m großes Beet angelegt, den Boden entsprechend präpariert und dort (fast) allen mediteranen Kräutern ein Zuhause gegeben.

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Die Teekräuter: Salbei, Minze und Melisse.

Die Krux bei diesen Kräuter ist meistens vor allem, sie davon abzuhalten, wild zu wuchern und ihren Nachbarn Licht und Nährstoffe zu nehmen. Ich grabe das ganze Beet in der Regel im Spätherbst einfal vorsichtig um und trenne von dem Teekräutern dann einige große Wurzeln mit dem Spaten ab. Die Kräuter freuen sich im Herbst außerdem über einen Schnitt, bei dem die Triebe etwa um die Hälfte gekürzt werden.

Die abgetrennten Äste hänge ich dann einfach zum trocknen auf und verwende sie so als Tee über den Winter.

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Die Frostbeulen: Thymian und Oregano.

Dass alle mediterranen Kräuter Sonnenanbeter sind, liegt zwar in der Natur der Sache, Thymian und Oregano sind aber leider nicht nur verliebt in ganz viel Wärme, sondern zeitgleich leider auch so kälteempfindlich, dass die Überwinterung im Freibeet ihnen in unseren Breitengraden ganz schön zusetzten kann.

Ich kultiviere diese beiden Sorten deshalb in großen Töpfen, die ich mit einer Mischung aus Erde, Sand und Kieseln ausgestattet habe und im Winter ins Gartenhäuschen vor ein großes Fenster verfrachten kann.

Oregano wird im Frühjahr leicht zurückgeschnitten, um das Wachstum anzuregen. Außerdem sollten bei beiden – Thymian und Oregano – bei der Ernte immer nur die kleinen Blättchen abgezupft werden. So können sich schnell neue Blätter bilden. Schneidet man die ganzen Triebe ab, dauert es unverhältnismäßig länger, die Pflanze diese wieder nachgebildet hat.

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Die Klassiker: Rosmarin und Lavendel.

Diese beiden sind so anspruchslos und unproblematisch wie eine Pflanze nur sein könnte. Beide mögen keine Staunässe, aber auch nicht komplett austrockenen, viel Wärme und direkte Sonneneinstrahlung.

Besonders praxtisch für die biovegane Gartenpraxis sind aber vor allem die ätherischen Öle der Pflanzen. Weil die bei Schnecken gar nicht gut ankommen, können die Pflanzen super als natürliche Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.

Ich pflanze sehr anfällige Sorten, wie Bohnen, Tomaten, Erdbeeren oder Salate konsequent in unmittelbare Nähe eines Lavendel- oder Rosmaringestrüpps und habe seither kaum mehr Schneckenprobleme.

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Die Mimose: Basilikum.

Basilikum ist (für mich) so eine Art „gärtnern next level“. Viele Wie viele Pflänzchen bei mir schon umgegangen sind, kann ich kaum mehr zählen. Von Blattläusen befallen, vertrocknet, verfault oder von Schnecken abgefressen. Die Bandbreite an Fallstricken, die den Weg eines Basilikumlebens kreutzen, ist schier unerschöpflich.

Das Problem ist zudem, dass jeder und jede Gärtner und Gärtnerin je nach Standort und Umwelteinflüssen mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Der häufig gegebene und gelesene Tipp, Basilikum im Topf in der Wohnen zu kultivieren, hat bei mir nicht funktioniert, denn der Strauch war schon nach kürzester Zeit von Blattläusen zerfressen. Im Freibeet funktioniert in meinem Fall wahlweise aus Schnecken- oder Erfrierungsgründen im Winter nicht.

Ich habe mittlerweile eine Lösung (für meinen Garten), die ganz gut zu funktionieren scheint. Mein Basilikum wächst mittlerweile in einem hohen Topf in unmittelbarerer Nähe eines großen Rosmarinbuschs und ist so gleich doppelt vor gefräßigen Schnecken geschützt. Den Topf habe ich ganz unten mit einer Schicht aus Zweigen und Reisig ausgestattet und mit einer Mischung aus Erde und reifem Humus aufgefüllt, um einen maximal nährstoffreichen und durchlässigen und Untergrund zu schaffen. Der Topf steht zwar in der Sonne, aber nicht unter direkter Sonneneinstrahlung, im Schutz des Rosmarins, um die Pflanze vor Vertrocknung und Sonnenbrand zu schützen.

Ein Tontopf sorgt außerdem immer für ein angenehmeres Klima, heizt sich im Sommer nicht zu sehr auf, speichert die Wärme aber über die Nacht und sorgt so für eine gleichbleibende Beettemperatur.

Im Winter überwintert der Basilikum bei mir im Gartenhaus oder Keller vor einem sehr großen Fenster. In der Wohnung kommt er häufig mit Heizungsluft und schwankenden Temperaturen nicht zurecht, beginnt zu schimmeln oder wird von Läusen befallen.

Dünung mag Basilikum sehr gerne, deshalb versuche ich ihn alle 4 bis 6 Wochen mit Brennesseljauche zu besprühen und die Erde im Topf im Sommer regelmäßig mit halbreifem Humus zu jauen.

 

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