[MEIN MONAT MAI] von DIY- Projekten und neuen Leidenschaften, Wettkampffieber, Berlinzeit und Zukunftsangst

Mein Monat April war ganz schön turbulent und ereignisreich.

Auch wenn der Sommer bislang noch auf sich warten lässt, freue ich mich diesen Monat (wie eigentlich jeden), aber diesen schon ganz besonders, des Lebens einen Garten zur Verfügung zu haben.

Der Mai ist natürlich der Gärtner-Monat schlechthin. Die Setzlinge wollen raus, Herbst- und Winterpflanzen können ausgesät werden und auch sonst gibt es irgendwie eine Menge zu tun. Passend dazu haben meine Großeltern und ich uns Anfang es Monats einem Großprojekt und langersehntem Traum meinerseits angenommen – zwei großen, selbstgebauten Hochbeeten.

Wer selbst keinen Garten hat, mag es vielleicht seltsam finden, dass man sich so über einen Haufen Holz mit Erde freuen kann, aber eine schneckenfreie Fläche mit besten Bodenbedingungen für meine Kürbis- und Brokkolipflänzchen erschlossen zu haben, ist für mich im Moment so ziemlich, das ich mir vorstellen kann.

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Weil Hochbeete leider häufig schweineteuer und außerdem meistens aus wenig nachhaltig angebauten Holzarten hergestellt sind, kam es für mich nicht in Frage, mir ein Fertigprodukt aus dem Baumarkt anzuschaffen. Mein Opa und ich haben es am Ende tatsächlich geschafft, meine beiden Hochbeete praktisch kostenlos und zerowaste aus Holz, das zuvor als Verpackungsmaterial von einem lokalen Unternehmen verwendet wurde und Nägeln und Metallschienen und großen Folien, die ebenfalls wiederverwendet wurden, zusammenzuschustern. Entgegen meiner Erwartung sehen beide Exemplare (meiner Meinung nach) richtig hochwertig aus, sind stabil und werden sicher ettliche Jahrzehnte problemlos überleben.

Aktiv ging der Monat dann auch weiter, denn Mitte Mai stand mein läuferisches Saisonhighlight, der Schluchseelauf 2019 an. Der Bericht zu diesem, für mich extrem fantastischen und emotionalen Lauf gibt`s hier, denn was am 12 Mai dieses Jahres passiert ist, kann ich hier in der Kürze nicht zusammenfassen.

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Die Konsequenzen aus diesem Lauf gehören allerdings definitiv in mein Life-Update dieses Monats. Auf der einen Seite ist da meine Schwimmleidenschaft, die ich in den letzen Wochen (wiederentdeckt) habe. Schon vor dem Wettbewerb habe ich mich zu Regenerationszwecken einige Male sowohl ins klassische Hallenbad, als auch in ein wunderbares, badewannenwarmes Thermalbad begeben, um dort meine Runden zu ziehen.

Dabe hat sich im Grunde nur bestätigt, was ich eigentlich eh schon wusste: Schwimmen tut mir persönlich nicht nur unglaublich gut, tatsächlich ist es eine meiner liebsten Sportarten überhaupt. Mittlerweile hat sich für mich auch das Kosten- und Organisationsproblem weitgehend gelöst, denn zu der Mitgliedschaft in meinem Sportstudio gehört auch der freie Eintritt in einige Frei- und Hallenbäder in der Umgebung und so wird in nächster Zeit vorraussichtlich öfter mal was weggeplanscht werden.

Eine weitere direkte Folge der erfolgreichen Teilnahme am Schluchseelauf war außerdem eine Wettkampflust, die ich so eigentlich gar nicht von mir kenne.

Ich nehme eigentlich ganz gerne an offiziellen Läufen teil und bin dann, in den meisten Fällen auch sehr zufrieden mit meiner Leistung. Es gibt ja Läufer, die sind im Training immer super, laufen mega schnell oder sehr stabil und im Wettkampf können sie ihre Leistungen nicht abrufen und dann gibt es die, die im Training häufig verhältnismäßig langsam unterwegs sind und im Wettkampf regelmäßig über sich hinaus wachsen. Ich bin definitiv Zweiteres, denn, sagen wir es, wie es ist, wenn ich mir eine Startnummer an mein Shirt pinne, mich an eine Linie stelle und der Startschuss fällt, knallen bei mir alle Sicherungen raus.

Trotzdem, oder gerade deshalb, finde ich die Zeit vor einem Wettkampf unheimlich anstrengend und nehme deshalb an fast verschwindend wenigen offiziellen Läufen teil.

Umso besser passen mir Events wie kleine Volksläufe oder die parcruns, die in Großstädten regelmäßig jeden Samstagmorgen stattfinden. Zu solchen Veranstaltungen muss man sich nicht vorher anmelden, dementsprechend nicht vorplanen und ich kann am Tag selbst entscheiden, wie ich mich fühle, ob und wie ich an dem jeweiligen Lauf teilnehmen möchte.

Meinen kleinen Ausflug nach Berlin habe ich deshalb auch läuferisch genutzt und mich am Samstagmorgen zum parcrun auf der überraschend hügeligen Hasenheide in Neukölln zu begeben.

Aber nicht nur läuferisch war mein Berlinaufenthalt Ende des Monats ein Highlight. Ich habe diemal in Neukölln genächtigt, einem Bezirk in dem ich, weil er sowohl von   meiner ehemaligen Arbeitsstätte in Friedrichshain, als auch von meiner früheren Wohnung in Charlottenburg verhältnismäßig weit entfernt liegt. Diese Möglichkeit habe ich deshalb genutzt, ganz neue Ecken der Stadt zu erkunden und war neben dem Besuch auf der Hasenheide läuferisch außerdem auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhofer Feld unterwegs, was zwar ganz schön imposant, läuferisch für mich als Asphalt und Wind-Anti auch ziemlich anstrengend war.

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Hightlight war aber definitiv ein Spaziergang mit einer Freundin im Treptower Park (große Empfehlung!), die ich seit der Schulzeit kenne und im Alltag leider viel zu häufig vermisse, der vegane und überaus fantastische Brunch im Kopps, bei dem ich mich vor der Heimfahrt maßlos überessen habe und anschließend zu Bahnhof gerollt bin und ein Abstecher an den Havelstrand im Grunewald zu einem der Orte an dem ich zu charlottenburger Zeiten häufig Ruhe abseits des Großstadttrubels gesucht habe.

Ein nicht ganz so positiver Punkt, der mehr oder weniger den ganzen Monat überschattet, war außerdem die Europawahl, die am Ende des Monats anstand, beziehungsweise die Wahlen (wir in BW haben außerdem unsere jeweiligen Gemeinderäte gewählt) allgemein.

Ich bin schon immer ziemlich politisch und verfolge das Weltgeschehen mal mehr mal weniger intensiv. In den letzten Wochen hat mein politisches Interesse allerdings ein, vorher noch nie da gewesenes Level erreicht. Ich persönlich halte die EU für eine der besten Ideen, die wir polisch in den letzten Jahrzehnten hatten und die Wahl daher für eine der Wichtigsten üerhaupt.

Entsprechend sorgvoll betrachte ich natürlich die vielen konservative, rechtspopulistischen, nationalistischen und damit auch EU-feindlichen Strömungen in vielen unserer Nachbarländer und natrülich auch direkt in Deutschland.

Viele politische Meinungen und Entscheidungen die zur Zeit aufkommen und getroffen werden machen mir durchaus Angst, die Schwerpunkte der Politik werden (meiner Meinung nach) vollkommen unverständlich festgelegt und ich würde mir so sehr wünschen, dass Politiker im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen viel mehr auf die Themen, die die Bevölkerung beschäftigen und Sorgen, die diese ja mittlerweile sehr offensiv (Stichwort fridays for future und  Anti-Nazis-Demos) äußern, konzentrieren.

Wählen zu gehen ist für mich grundsätzlich und immerzu nicht nur ein Bürgerrecht, sondern vor allem eine Bürgerpflicht und für mich ist in Zeiten wie diesen auch politisches Engagement darüber hinaus selbstverständlich. Der erste Schritt dazu ist meiner Meinung nach die Verfolgung des polischen Weltgeschens, was im Moment ja nicht nur frustrierend und beängstigend, sondern vor allem auch unheimlich spannend und schnelllebig ist.

Der Ausgang der Europawahl war für mich natürlich einerseits sehr positiv und ein Zeichen dafür, dass Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit nun endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein scheinen, zum Anderen natürlich auch wieder eine Bestätigung für die wachsende Diskrepanz, zum einen zwischen Ost- und Westdeutschland, zum Anderen aber auch zwischen den verschiedenen Generationen.

Und auch wenn ich in erster Linie grün bin, habe ich große Probleme damit, meinen Fokus allein auf Nachhaltigkeitsthemen zu legen, wo aktuell doch offensichtlich Werte wie soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Toleranz in unserem Land in ebenso großer Gefahr sind wie der Planet auf dem wir leben.

 

 

 

 

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